Dieser Blog zeigt einige der interdisziplinären Kunstprojekte von Patricia London Ante Paris.
Die Werkgruppen integrieren Tanz, Malerei, Musik, Skulptur, Film zu Kunsthybriden und sind mit partizipativen Performances für das Publikum verbunden.
Mit der Gründung des LAp kUNStkLUB erweitert Patricia London Ante Paris das Partizipationsangebot und definiert Ausstellungen als Kunstprojekte.
"Die künstlerische Haltung von Patricia London Ante Paris ist intellektuell und geprägt von einer kritischen, wachsamen Zeitgenossenschaft. Aktuelle gesellschaftspolitische Vorgänge mit ihren globalen Auswirkungen fließen in ihre vielschichtigen Arbeiten ein. Stets ist ein utopischer Impetus am Werk: Die Kunst als emanzipatorische Kraft, die verändernd wirken kann."
Dr. Elisabeth Hartung

Patricia London Ante Paris, Superfemmes, 2010

Kunst & Politik, Demo-Performance, 2010



















Rathausgalerie München und Gender Show, Goethe-Institut Athen, 2010
superfemmes

Das Projekt „Superfemmes“, kuratiert von Patricia London Ante Paris, verbindet die Werkgruppe Superfemmes mit Beiträgen der von London Ante Paris eingeladenen Gastkünstlerinnen Simone Westerwinter, Sylvie Fleury, Ulrike Rosenbach und Josephine Meckseper.

Patricia Londons Untersuchungen zu den gesellschaftlichen Ausformungen patriarchaler Strukturen – die kritische Reflexion von korporativer Macht und Kapitalismus – hatte von Beginn eine Parallele in ihrer Beschäftigung mit den Erkenntnissen der Matriarchatsforschung. In den letzten Jahren hat sie sich diesen Recherchen noch einmal intensiver gewidmet und daraus verschiedene Werkgruppen und Ausstellungskonzepte konzipiert unter dem Titel ›suprematisme féminine‹. Ausgangspunkt waren die Auseinandersetzung mit dem russischen Suprematismus der 1910er/20er Jahre und die Relektüre von Hélène Cixous Schrift ›Écriture féminine‹.
Wenn urzeitliche matrilineare Sozialverbände, in welchen die mütterliche Linie dominierte und Göttinnen angebetet wurden, die älteste Form menschlichen Zusammenlebens sind, könnten dann in der Zukunft, so die Frage der Künstlerin, »matriarchalisch-syndikalistische Wirtschaftsformen erneut das patriarchalisch-kapitalistische Handeln ersetzen?«

Künstlerisch diskutiert wird diese radikale Fragestellung Patricia Londons in vier Werkgruppen, die sie für die Ausstellung ›Superfemmes‹ entwickelt hat.
Kegelförmige Softsculptures sind mit Zeichnungen von vier exemplarischen Frauenfiguren bedruckt: mit Marge Simpson (aus der comic-serie), die im November 2009 als erste Comicfigur überhaupt Pin-up im Playboy als Centerfold war; mit der Venus von der Alb, die im Juli 2009 in der Schwäbischen Alb gefundene Skulptur einer Urzeitgöttin; mit der berühmten Venus von Willendorf, eine Skulptur einer Urzeitgöttin, 25.000 Jahre, ausgegraben 1905 in der Wachau: und mit Ardi, (nach Ardipithecus) bisher älteste gefundene Hominidin, 4,4 Millionen alt, die ihre Partner nach verminderter Aggression (kurze Eckzähne) und Ästhetik (hohe Wangenknochen) auswählte, damit sie bei der Kinderaufzucht helfen.
Im Film „Superfemmes im Rathaus“, 4’19‹, übernehmen die 4 Softsculptures, die sich in Kostüme verwandeln, das Rathaus von München.
Die vier digitalen Zeichnungen „Hypothese“ entwerfen eine ökonomische Alternative.
Das Triptychon ›your mother’s vagina‹ definiert das elliptische Ornament als das weibliche Geschlecht und verweist auf den Kontext der verdrängten, gesellschaftlich führenden Position der Frau.
Dr. Renate Wiehager



Superfemmes, 2010, vier Soft-Skulpturen, je 200 x 200 x 200cm

Superfemmes im Rathaus, 2010, Still aus DVD, 4'


You_Mot_Gina, 2010, Triptychon, Acryl/Lw., 450 x 180 cm

Superfemmes Demonstration für gerechte Ökonomie Panepistimiou Athen, 2010