Die Perser Pentagon Performance von Patricia London Ante Paris wurde mit dem Kurt Eisner Preis ausgezeichnet. PPP ist ein Projekt im öffentlichen Raum, das Tanz und Musik mit skulpturalen Objekten vereint und die Zuschauer zu Akteuren macht. PPP zitiert das Kriegsdrama „Die Perser“ von Aischylos und verweist zugleich auf aktuelle Kriegsgefahren (Pentagon) und den brutalen Sieg 1919 der „Weißen“ über die „Roten“ sowie auf das Ende der bayrischen, demokratischen Räterepublik.
PPP thematisiert eine unterschwellig vorhandene Furcht vor Krieg und Terror, welche die gesellschaftlichen Übereinkünfte des Zusammenlebens im öffentlichen Raum zu negieren drohen. Die kathartische Ambivalenz, die Aischylos mit den Klagen über die Verluste der Perser und mit dem Jubel der athenischen Zuschauer erzeugt, wird ebenso interpretiert, wie aktuelle Machtstrukturen. „Wer nicht mit spielt, ist Deserteur und muß jetzt die Halle verlassen!“. Mit diesem Satz und der darauffolgenden Uniformierung und Bewaffnung des Publikums in Rote und Weisse Truppen beginnt die Perser Pentagon Performance. Die Roten werden links und die Weißen rechts um die Halle geführt, wo sie zur Schlacht aufeinandertreffen. Auf ihrem weiteren Weg sehen sie schon von Ferne drei Generäle tanzen, Musik ertönt. Zu den grausigen Persertexten werden Weisse und Rote abwechselnd zu Klagen und Jubeln angefeuert. Wer nicht genügend jammert oder lacht, wird hingerichtet. Zum Schluß sind alle tot, wandern zum Todesort von Kurt Eisner und singen dabei „Maikäfer flieg“.
Alter Botanischer Garten, München, Januar 2019, 90 Minuten Tanz: Katrin Schafitel, Ludger Lamers, Brygida Ochaim Musik: Jo Arneth Arese: Stephanie Felber, Vincent Mitzev Persertexte gesprochen von Bli Graf Videodokumentation: Daniel Lindlbauer |
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