Dieser Blog zeigt einige der interdisziplinären Kunstprojekte von Patricia London Ante Paris.
Die Werkgruppen integrieren Tanz, Malerei, Musik, Skulptur, Film zu Kunsthybriden und sind mit partizipativen Performances für das Publikum verbunden.
Mit der Gründung des LAp kUNStkLUB erweitert Patricia London Ante Paris das Partizipationsangebot und definiert Ausstellungen als Kunstprojekte.
"Die künstlerische Haltung von Patricia London Ante Paris ist intellektuell und geprägt von einer kritischen, wachsamen Zeitgenossenschaft. Aktuelle gesellschaftspolitische Vorgänge mit ihren globalen Auswirkungen fließen in ihre vielschichtigen Arbeiten ein. Stets ist ein utopischer Impetus am Werk: Die Kunst als emanzipatorische Kraft, die verändernd wirken kann."
Dr. Elisabeth Hartung

Patricia London Ante Paris, Über Tränen und die utopische Vergesellschaftung privatisierten Wassers, 2009


















Über Tränen und ..., Skulptur, Musik, Text und Bild im öffentlichen Raum, Esslingen




Esslinger Wasser, Acryl/Leinwand, 250 x 180 cm, 2009 

 
„Es geht eine Träne auf Reisen“ war 1968 der größte Hit des belgischen Schlagersängers Adamo in Deutschland. Nun könnte man thematisch die Träne auch als sehr kleine Einheit mineralischen Wassers begreifen, jedoch geht es der Künstlerin nicht allein um diesen Bezug. Adamo, gebürtiger Sizilianer, war als Sohn eines italienischen Bergarbeiters nach Belgien gekommen und dort aufgewachsen. Sein Lied hört man, wenn man auf der Pliensaubrücke der „Bautafelskulptur“ näher tritt. Die Brücke verbindet Esslingen mit seiner Vorstadt, einem Stadtteil der seit jeher die Ströme von Migranten auffangen musste: die Zigeuner in früheren Zeiten, die „Displaced Persons“, die Vertriebenen nach dem Krieg und später eben auch die Gastarbeiter: eine soziokulturelle Gemengelage, die eine homogene Stadtraumentwicklung erschwerte. In der Pliensau-Vorstadt vollziehen sich seit geraumer Zeit die umfangreichsten städtebaulichen Maßnahmen Esslingens, die die Vielfalt gerade als Qualität begreifen und umsetzen wollen.
„Die Rede der Träne“, alternierend zu hören mit Adamos Lied, weist den Weg zur ‚Sozialen Stadt‘. Dort hängt im Multikultihaus das große Bild „Esslinger Wasser“ von P.L.A.P. Der auf dem Bild herausgestellte Besitzanspruch behauptet eine elementare wie egalitäre Gemeinschaft.
Christian Gögger